Media for Peace #14 Erfolgsmessung im konstruktiven Journalismus

Shownotes

Konstruktiver Journalismus kann in Konfliktregionen deeskalieren – aber ist das auch für Unternehmen ein Erfolgsfaktor?

Über diese Fragen spricht Sabrina mit der Chefredakteurin der Deutschen Welle Manuela Kasper-Claridge und Media for Peace-Fellow Radka Pudilova. Für Manuela Kasper-Claridge steht fest:

„Reichweite zählt für uns nur zusammen mit Relevanz.“

Und dafür müsse man keine grausamen Bilder zeigen, sondern den Nutzenden Kontext und Hintergrund liefern. Auf den Punkt gebracht sind das die "drei R" des deeskalierenden Journalismus: Relevanz, Reichweite und das richtige Gespür für die Berichterstattung.

Auch für Radka Pudilova ist von der Nutzerorientierung überzeugt:

„What we do appreciate as a team is honest Feedback.“

Wie man das ganze schließlich auch messbar macht und in seiner Berichterstattung anwendet hört hier in dieser Folge des Media for Peace Podcast.

Erwähnte Folgen zum Nachhören: Folge 8: Rolle von Social Media in Kriegs- und Krisengebieten Folge 12: KI und konstruktiver Journalismus

00:01 Begrüßung

01:13 Hinweise auf Triggerwarnings

01:44 Interview Manuela DW-Chefredakteurin Verifizierte Informationen

02.04 Bringt konstruktiver Journalismus überhaupt Klicks?

03:20 Fehlvorstellungen vom konstruktiven Journalismus

04.20 Konstruktiv berichten aus Krisengebieten

06:45 Nutzende brauchen Hintergrund und Kontext

08:37 Nachrichtenmüdigkeit

10:35 Umgang mit gewaltdarstellenden Bildern

11:55 TW: Einzelbeispiel Bilder und Attentäter

14:45 Sind Klickzahlen noch relevant?

20:27 Was muss man dem Publikum zumuten?

23:19 Unterschiedliche Narrative in der Berichterstattung

25:20 Wie geht DW-Chefredakteurin persönlich mit schwierigen Themen um?

26:51 Interview Radka Pudilova: Wie werden Erfolge bei Media for Peace gemessen?

29:02 The missing consensus in a newsroom about what success means

30:44 Specific Key figures with the Prototype „what if“

31:50 Deeper Engagement has bigger impact than clickbaiting

33:02 Which articles can help with peace-building?

35:00 This is what makes „what if“ a success

36:44 Resümee

Transkript anzeigen

00:00:00: Journalismus der Frieden ermöglicht. Das ist Media for Peace, ein Podcast des Media Lab Bayern.

00:00:12: Hallo, schön, dass du wieder dabei bist bei Media for Peace. Diesmal geht es um Erfolgsmessung im

00:00:18: konstruktiven Journalismus. Wir schauen uns an, wie KPIs und deeskalierender Journalismus

00:00:25: zusammenpassen. Ich bin Sabrina Harper und ich habe als Gast heute die Chefredakteurin der

00:00:31: deutschen Welle Manuela Kaspar-Klaric im Gespräch. Gleich werde ich sie fragen, ob ein deeskalierender

00:00:37: Journalismus denn auch ein erfolgreicher Journalismus sein kann und wie man das Ganze in Kennzahlen packt.

00:00:43: Außerdem berichtet Radgar Pudilowastel, vertreten für die Media for Peace Fellows,

00:00:48: wie sie Erfolg bei ihrem Projekt namens What If definieren. Das Media for Peace Fellow Team

00:00:54: verfolgt einen Design-Fiction-Ansatz und der Prototyp dafür wird gerade in den ersten Versuchen

00:01:01: eingesetzt und vertestet. Bevor ich ins Gespräch mit Manuela Kaspar-Klaric starte, noch ein wichtiger

00:01:08: Hinweis. Wir werden gleich über viele Krisen- und Kriegs-Szenarien sprechen, teilweise auch über

00:01:14: explizite Situationen und es entstehen dabei heftige Bilder im Kopf, die vielleicht schwer zu

00:01:20: ertragen sind. Auch die Geschehnisse in Israel und der Ukraine werden angesprochen, also an alle,

00:01:26: die das nicht hören können oder möchten, schaut in die Show Notes und überspringt diese Stellen.

00:01:31: Ich habe die Zeitstempel entsprechend mit einem TV für Trigger Warning hinterlegt. Wir starten

00:01:38: jetzt in dieses interessante, informative und für mich ziemlich bewegende Gespräch.

00:01:44: Hallo Manuela, willkommen hier beim Podcast Media for Peace.

00:01:52: Hallo Sabrina. Du bist bei der Deutschen Welle und ihr beschäftigt euch viel mit

00:01:57: konstruktiven Journalismus. Bevor wir da näher darauf eingehen, möchte ich dich gleich ganz

00:02:03: frech fragen, was man natürlich immer hört bei konstruktiven Journalismus. Gute Nachrichten

00:02:09: bringen weniger Klicks. Die Messbarkeit von konstruktiven Journalismus wird also doch ständig

00:02:15: immer wieder in Frage gestellt. Ist das ein Vergleich, der für dich Sinn macht oder hinkt

00:02:21: dieser Vergleich aus deiner Sicht? Also erstens geht es hier nicht nur um Klicks und konstruktiv heißt

00:02:28: auch nicht unbedingt eine gute Nachricht, wenn ich das mal sagen kann, sondern eine konstruktive

00:02:34: Umgang mit einer Nachricht. Vielleicht so kann man es formulieren. Also Klicks ist nicht alles und

00:02:42: außerdem stellen wir fest, dass bei konstruktiven journalistischen Stücken eigentlich die Nachfrage

00:02:49: größer ist, mehr Nutznerinnen reagieren und dass es für unsere Reichweite relevant sowieso

00:02:56: vorrangt ist und dass wir mehr davon brauchen. Viele Redaktionen beginnen jetzt erst konstruktiven

00:03:03: Journalismus ein bisschen reinzulassen, sich damit zu beschäftigen, entdecken das Feld neu. Weshalb

00:03:10: erst jetzt? Warum taten sich bisher oder tun sich auch noch einige Redaktionen so schwer mit

00:03:16: konstruktiven Ansätzen im Journalismus? Ich glaube, Journalistinnen haben so ein bisschen den

00:03:22: Verdacht, dass man Dinge schön reden möchte mit einem konstruktiven Ansatz. Dinge, die nicht gut

00:03:30: sind, schlecht sind, die schlecht laufen, plötzlich anders darstellen, als sie sind. Aber das ist überhaupt

00:03:37: gar nicht der Ansatz des konstruktiven Journalismus. Natürlich muss man die Dinge benennen, aber es gibt

00:03:45: überall auch Dinge, wo Menschen sozusagen an Lösungen arbeiten. Selbst, sag ich mal, zum Beispiel

00:03:53: unsere Berichterstattung, die sehr erfolgreich ist aus der Ukraine, aus dem Krieg, da berichten auch

00:03:59: unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten über Hilfsaktionen vor Ort, über LGBTQ-Communities,

00:04:07: die sich bilden usw. Das ist im Grunde auch konstruktiver Journalismus, obwohl in diesem Land

00:04:13: Krieg herrscht und das ist auch die Realität. Also niemand will die Realität anders darstellen,

00:04:20: als sie ist, aber die Realität ist vielschichtig. Wie läuft das denn bei euch mit dieser

00:04:26: Vielschichtigkeit? Ihr geht da rein und nehmt ein Thema und dann? Wenn man so eine aktuelle Lage hat,

00:04:33: wie zum Beispiel der Krieg in der Ukraine oder aber auch jetzt die Situation in Israel und in

00:04:41: Gaza und in den angrenzenden arabischen Ländern, dann ist es natürlich schwer im ersten Moment,

00:04:47: sag ich mal, einen konstruktiven Ansatz zu finden. Das ja, weil erst mal sagt man, okay, da hat es

00:04:54: einen Raketeneinschlag gegeben, da wohnen Menschen entführt, dies ist ein Terroranschlag. So, aber

00:05:01: der zweite Schritt kann man dann gucken, wo haben andere andere Menschen geredet, wer unternimmt

00:05:08: diplomatische Versuche, wo läuft etwas im Hintergrund, welche Hilfsaktionen gibt es, wie

00:05:16: engagiert sich in Deutschland Menschen in Form von Solidarität und so weiter und so weiter. Auch

00:05:25: das muss dann in den Fokus der Berichterstattung rücken und das versuchen wir, das heißt die

00:05:30: Vielschichtigkeit der Realität abzubilden und natürlich ist es manchmal schwer, sich da

00:05:37: durchzusetzen, weil ein Nachrichtenkollege oder Kollegen denken, das ist die News und raus damit,

00:05:43: ja. Aber diese zweite Ebene, die auch zu beachten, dafür haben wir unsere Kosponenten, unsere

00:05:49: Reporterinnen und so weiter sagen, guck mal, hier gibt es eine Story, da läuft das und so weiter und

00:05:54: wir merken, dass es auf diese Stücke wirklich oft die meisten Reaktionen gibt. Wie gesagt, in einer

00:06:00: News-Situation will erstmal jeder genau wissen, was ist jetzt gerade passiert? Er hat eben in der

00:06:05: Türkei, klar. Aber das geht dann von da an geht es weiter und wir versuchen da auch eine Aufmerksamkeit

00:06:12: drauf zu haben und wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen, wir haben hier constructive Fellows,

00:06:18: also wir bilden Kollegen extra aus im constructive Journalismus bei der Deutschen Welle, aus allen

00:06:24: möglichen Redaktionen und Regionen und haben sich sehr, sehr viele beworben. Wir haben 10 im Jahr

00:06:30: und das ist ein Pilotprojekt und diese Kolleginnen und Kollegen, die diese Ausbildung haben, die

00:06:35: bringen natürlich dann auch diese Themen nochmal besonders nach vorne. Noch eine Rückfrage, da du

00:06:41: öfter erwähnt hast, was konstruktiver Journalismus ist. Ist konstruktiver Journalismus auch ein

00:06:47: Journalismus, der einordnet, der Kontext setzt, der Dinge erklärt, Hintergründe? Absolut,

00:06:53: absolut, Kontext. Kriegen wir oft nicht so, wie er eigentlich nötig wäre und wir versuchen,

00:07:01: Kontext zu liefern, Erklärer zu liefern und so weiter, das ist das, was die Nutzen brauchen,

00:07:06: weil sie ja überwältigt manchmal sind, auch von einer Nachrichtenlage, die sie gar nicht so

00:07:12: komisch sich das anhört, jetzt verstehen. Wer ist jahammas, wer ist prigoshin, you name it,

00:07:19: ja, viele, viele Fragen und wenn man da schon einen kleinen Erklärerexpläner Kontext herstellt,

00:07:26: natürlich ist das konstruktiv. Ermöglicht den Leuten wahrscheinlich auch, sich zu informieren,

00:07:33: ohne ein Gefühl zu haben von Charme oder von "das müsste ich wissen oder ich trau mich nicht zu

00:07:39: fragen"? Ja und hilft auch bei einem Gefühl der, sage ich mal, Hilflosigkeit. Hilflosigkeit führt

00:07:45: ja auch zu so einer Frustration, wenn ich mehr verstehe, kann ich mehr einordnen, kann ich

00:07:51: daraus bei einer eigenen Schlussfolgerung ziehen, auch ob ich mich weiter informieren möchte zu diesem

00:07:57: Thema oder eben auch nicht, das ist ja jedem unbenommen, das ist ja klar, aber wir haben jetzt

00:08:02: zum Beispiel nochmal eine Dokumentationshistorie, Staatsgründung Israel ins Programm genommen,

00:08:07: auch digital und hier hatte innerhalb, ich glaube von 48 Stunden, 3,4 Millionen Zugriffe,

00:08:14: da sieht man, dass es das Bedürfnis gibt, auch mehr Kontext zu haben und zu verstehen. Da bringst

00:08:20: du mich auf ein anderes Thema und zwar auf das Thema News Avoidance. Man hat ja auf der anderen

00:08:24: Seite also dieses Thema Nachrichtenmüdigkeit, gibt es auch schon erste Auswertungen dazu und

00:08:30: ungefähr jede vierte Person vermeidet hin und wieder Nachrichten aus verschiedenen Gründen. Ich

00:08:37: bin ja eingestiegen in dieses Interview ziemlich provokativ mit konstruktiven Nachrichten bringen,

00:08:43: keine Klicks, du hast es jetzt hier gerade mit einer Zahl widerlegt, vielleicht sollte man da auch mal

00:08:49: die Perspektive wechseln, wie du es erwähnt hast, man könnte es ja auch umdrehen und sagen, nun ja,

00:08:54: nahezu jeder vierte hat keine Lust auf Nachrichten oder Informationen, wie sie gerade laufen,

00:09:00: das ist ja eigentlich eine schlechte Zahl für den Journalismus. Lass uns das ändern.

00:09:04: Absolut richtig, ja, finde ich deinen Einwand völlig berechtigt und das zu Recht und auch

00:09:11: das wäre übrigens ein konstruktiver Ansatz damit umzugehen. Mit dieser News, ne, finde ich

00:09:17: total richtig und eine gute Idee, genau. Und News Avoidance, ich habe ja Kinder, die sind Anfang

00:09:24: 20 und ja, da erlebe ich das natürlich auch, also das muss ich ganz klar sagen, wo also mein Sohn,

00:09:32: der dann sagt, tut mir leid, Mama, aber das kann ich nicht mehr ertragen. Also ich habe jetzt hier

00:09:36: einen Tag Israel, Hamas, Gaza und so weiter geguckt, hat mir so eine schlechte Laune gemacht,

00:09:42: hat mich so runtergezogen, ich musste das abstellen, ja, dann habe ich ihn geführt, ja,

00:09:48: aber hast du dann die Zusammenhänge verstanden und so, ja, ja, das wollte ich, das war mir wichtig,

00:09:53: ja, dass ich, er wollte das verstehen, soweit es ging, aber er konnte auch nur ein gewisses

00:09:57: Maß ertragen. Ich habe jetzt nicht nach seinen Quellen gefragt, ich freue mich natürlich immer,

00:10:01: wenn meine Kinder zufällig unsere Quellen entdecken, auch das gibt es auf Instagram oder so,

00:10:06: oh, da habt ihr das gut erklärt oder so, aber die suchen nicht gezielt danach, ja,

00:10:11: müssen sie auch überhaupt nicht. Aber ich kenne das Thema, will ich damit sagen,

00:10:15: auch aus dem persönlichen Bereich und das ist wirklich eine Herausforderung für den Journalismus,

00:10:22: das muss man schon klar sagen, wie stellen wir die Dinge nach und es geht uns ja auch nicht an,

00:10:26: ich meine, ich bin hier Chefredakteurin und wir haben über 3000 Mitarbeiterinnen, aber wenn ich die

00:10:33: blutigen Bilder sehe, sei es aus dem Krieg in der Ukraine oder sei es auch aus dem Gaza oder aus

00:10:40: Israel, ich kann es auch nur in einem bestimmten Maß ertragen, das heißt auch die Bildauswahlspielzone

00:10:47: Rolle. Will ich, dass die Menschen dranbleiben und eben den Kontext verstehen und erklärt bekommen,

00:10:54: dann muss ich auch irgendwie verhindern, dass sie gleich im ersten Moment abschalten und ich

00:10:59: muss keinesfalls jedes schreckliche Bild zeigen, um zu dokumentieren, wie schrecklich die Situation

00:11:07: ist, das ist überhaupt gar nicht nötig. Vieles passiert ja sowieso im Kopf, also wir haben klare

00:11:12: Guide-Line, Umgang mit Bildern und so weiter und versuchen da, sage ich mal, auch die Nutzenden

00:11:20: im besten Sinne bei uns zu halten und niemand zu beschädigen auch, wenn er was guckt, weil man

00:11:26: muss ja auch mit diesen Bildern umgehen können, man kann ja auch traumatisiert werden, das muss

00:11:31: man auch schon mal ganz klar sagen. Da möchte ich eine Zwischenfrage stellen, denn ich kann mir

00:11:38: vorstellen, dass einige, die uns dann zuhören, denken, ja, aber wenn er das nicht zeigt, dann

00:11:45: verschweigt er ja was, also dann dann erzählt er ja nicht die ganze Geschichte, das ist ja auch

00:11:50: nicht in Ordnung für einen Journalismus, was würdest du da begegnen? Ich versuche es mal mit

00:11:54: einem Beispiel, weil wir die Diskussion hatten, da hat sich, ich weiß gar nicht mehr warum, jemand

00:12:00: angezündet aus Protest und ist lebendig verbrannt und die Bilder, ich glaube es waren Menschen,

00:12:09: wenn ich mich recht erinnere, die Bilder gab es, wie er bei lebendigem Leib verbrannt,

00:12:16: das muss man nicht zeigen, man kann sagen dieser Mensch und das gab es eben auch, hat sich dann

00:12:23: angezündet und ist verbrannt und gestorben aus Protest gegen die Besetzung, ich glaube Tiber jetzt

00:12:29: war es, ich weiß es nicht mehr jetzt genau, aber das überhaupt gar nicht nötig, dieses ganze zu

00:12:35: zeigen und es braucht also zum Verständnis der Geschichte überhaupt nicht notwendig. Wenn es

00:12:42: Opfer gibt, zivile Opfer meint man im Krieg oder so weiter, müssen wir auch die Opfer schützen,

00:12:49: natürlich muss wir sagen, da hat es so und so viele Opfer gegeben, aber die Opfer haben

00:12:54: vielleicht gar nicht die Möglichkeit zu sagen, ich möchte nicht blutverschmiert oder mit einem

00:12:59: Bein hier gezeigt werden weltweit übrigens, wir fragen sie ja gar nicht, weil das kommt dann

00:13:05: über die Agenturen, solche Bilder zeigen wir nicht oder wir machen klar, blöden soweit,

00:13:12: dass niemand identifizierbar ist und so, also diese Regeln und dieser Umgang, dieser umsichtige

00:13:18: Umgang mit vielen schwierigen Thematiken, das gehört letztlich auch zum konstruktiven Journalismus.

00:13:26: Korrigier mich, wenn ich falsch liege, vielleicht auch die Beachtung der verschiedenen Perspektiven

00:13:33: und Ansichten, Gefühle der Akteure, also du hast es jetzt ja gerade selber genannt mit,

00:13:39: dass man die Opfer zum Beispiel nicht fragt, ob dieses Bild in die Presse soll. Ja, wenn ein

00:13:46: Attentäter ist, ich sage mal Herr Breibing aus Norwegen, der da 56 junge Menschen erschossen hat,

00:13:53: konzentrieren wir uns, also mit wir meine ich jetzt nicht Deutsche Welle, aber oft Journalisten auf

00:14:00: den Täter und haben gar nicht die Opferperspektive, so die fällt da so ein bisschen runter und

00:14:06: eigentlich müsste man noch berichten, was gar nicht den Täter in den Vordergrund stellen,

00:14:11: sondern die Opfer, was ist jetzt passiert, was bedeutet das, wo kommen sie her und so

00:14:16: weiter, ohne sie zu entblößen und nur wenn man weiß, man kann, also die Familie ist damit einverstanden

00:14:23: oder so, das ist doch selbstverständlich das journalistisches Handwerk einer, aber es oft so,

00:14:28: einer versucht den anderen zu übertrumpfen, noch brutaler, grausamer zu zahlen sein,

00:14:34: warum zeigen wir jetzt die Bilder nicht? Und die Legitimation dazu ist ja häufig Abrufzahlen

00:14:41: im weitesten Sinne wirtschaftlicher Erfolg. Sind denn Klicks überhaupt noch die Zahl der Stunde,

00:14:48: um Erfolg zu zeigen? Also Klicks sind natürlich nicht unwichtig, also das

00:14:54: ich jetzt auch nicht sagen, aber für uns ist Reichweite nur im Zusammenhang mit Relevanz,

00:14:59: also wir betrachten das nicht von einer getrennt, wir können jetzt keine Ahnung,

00:15:04: macht jetzt jemanden striptisch auf der Straße und wir zeigen das und es gucken sich 5 Millionen

00:15:10: an, würden wir das nicht als Erfolg werden, weil das hat, sorry, aber das hat jetzt keine

00:15:16: Relevanz, es mag ja ganz unterhaltsam sein, aber für uns, von unserem Auftrag hat das

00:15:21: jetzt keine Relevanz. Wir gucken uns natürlich sehr genau auch an die Wortschteim, also wie lange

00:15:27: bleiben die Menschen an einem Thema, wie interagieren sie mit dem Thema, kommentieren vielleicht auch

00:15:35: aktiv und da, das ist für uns dann eine Kombination, um zu schauen, ob das Thema so

00:15:42: aufbereitet wurde, dass es die Leute auch interessiert oder ob dann noch sehr viele Fragen

00:15:47: kommen und dann agieren wir wiederum mit den Nutzern, also versuchen die natürlich auch

00:15:51: bei uns zu halten. Was wir feststellen, wir haben ja mehrere Dokumentationskanäle,

00:15:57: mehrere Sprachen und da nimmt die Wortschteim, also wie lange geschaut wird, extrem zu und das

00:16:05: hätten wir, ja, sage ich mal vor zwei, drei Jahren gar nicht so für möglich gehalten, dass Menschen

00:16:10: wirklich sich die Zeit nehmen, so lange intensiv, durchaus komplizierte Dokumentationen zu schauen,

00:16:18: zu unterschiedlichen Themen, aber die Leute bleiben dran, gucken 20 Minuten, 25, 30 Minuten

00:16:24: und das wird von uns natürlich sehr genau ausgewertet, weil man hat ja zwischenzeitlich gesagt,

00:16:29: wir wollen alle nur ganz schnell irgendwo kurz, keiner hat mehr Zeit, aber interessanterweise ist

00:16:34: es ja oft eine Kombination, also du informierst dich schnell oder schaust was schnell oder liest

00:16:39: was schnell und dann denkst du, oh, da möchte ich aber doch noch mehr Informationen haben,

00:16:45: oder ich nehme jetzt die Zeit dazu, also insofern ist es eine Kombination der Metriken und wir

00:16:52: haben natürlich darüber hinaus auch bei uns sehr viele Feedbackkonferenzen, wo wir die

00:16:57: Metriken auswerten und dann auch sagen ja, schön, also das war zwar eine tolle Reichweite,

00:17:02: aber war das auch wirklich relevant, entspricht es unseren Profiltämen, Einsatz für Menschenrechte

00:17:08: und so weiter, ja, zum Beispiel oder zur Meinungsbildung beizutragen mit Multi-Perspektiven und so weiter,

00:17:15: also das diskutieren wir natürlich sehr intensiv. Man wünscht sich ja KPIs, also Zahlen mit denen

00:17:25: man festmachen kann, ist was erfolgreich oder ist etwas nicht erfolgreich, was ich jetzt bei dir

00:17:31: raushöre, ist die Klickzahlen sind schon ein Thema, aber nicht an erster Stelle würde ich mal

00:17:38: interpretieren, es geht auch um Watchtime, also Verweildauer und Relevanz, was für jedes Medienhaus

00:17:45: individuell definiert wird. Hab ich das richtig verstanden? Richtig, Reichweite ohne Relevanz

00:17:51: ist nichts und natürlich ist Relevanz ohne Reichweite auch nichts, weil es nützte ja nicht,

00:17:58: wenn du jetzt dieses super Video hast oder den super Text, aber es gucken sich 30 Leute den an,

00:18:04: ist auch ein Problem. Wobei, manchmal kann es auch sein, dass genau die 30 Leute ganz wichtig sind,

00:18:12: weil danach wird interagiert und so weiter, also so wahrscheinlich jetzt auch nicht sagen, aber in

00:18:17: der idealen Welt Reichweite und Relevanz. Macht heutzutage nicht die Reichweite auch manchmal

00:18:23: die Relevanz. Also ich denke an Themen, mit denen man konfrontiert wird, die vielleicht gar nicht so

00:18:31: hoch zu hängen sind, aber durch die Reichweite eben besonderen Drive bekommen. Natürlich, wir haben

00:18:38: auch Software, wo wir gucken, welche Trends, welche Themen werden gerade diskutiert, weil die schon von

00:18:45: vornherein ein Treffig erzeugen, ein Thema, was wir vielleicht noch gar nicht erkannt haben. Und

00:18:51: dann können wir uns überlegen oder so gehen wir auch vor, wo können wir dazu Hintergründe oder

00:18:56: Kontext oder was auch immer zu diesem Thema liefern. Manchmal sagen wir auch, nee, das ist jetzt nicht

00:19:02: Das ist nicht unser Thema.

00:19:04: sind wir jetzt nicht besonders gut oder nicht der passende Ort wie auch immer. Aber oder ja, da

00:19:10: könnten wir jetzt eigentlich genau mein Ding, ob von unserer Wissenschaftsredaktion die Einschätzung

00:19:15: Kontext zu liefern, dass mein Ding aspirin keine Ahnung gegen Corona jetzt nicht das ideale Mittel

00:19:21: ist, sondern dann genau erklärt und so weiter. Wenn wir sehen, das ist nur ein Beispiel, weil das

00:19:27: war auch so, alle suchten plötzlich das Thema aspirin, weil das ja mal hochpoppte, dass wir

00:19:32: jetzt angeblich ein Heilmittel gegen Corona oder so. Ja und da ganz wichtig, Sachebene,

00:19:37: Kontext liefern. Wir haben eine super Wissenschaftsredaktion, funktioniert ja insofern ja, aber eben

00:19:45: nicht alles. Es ist selektiv. Ich würde gerne noch auf einen Punkt eingehen, den du auch genannt

00:19:50: hast und zwar man muss auch schauen, wie es der Audience geht, also den Zuhörerinnen oder Lesenden

00:19:58: oder wie auch immer konsumiert wird, was man denen zumutet, mit was man sie auch belastet.

00:20:06: Die Geschichten, die du jetzt erzählt hast, waren ja ziemlich heftige Bilder und denk mir,

00:20:11: oh, das ist schon wirklich alles intensiv. Wie geht ihr denn damit um? Wie nehmt ihr diesen Punkt

00:20:20: mit rein, das Gemüt von der Audience? Das ist für uns ein wichtiges Thema, also auch was wir den

00:20:28: Menschen zumuten können, wollen, zumuten wollen und sollten. Das heißt, wir haben natürlich

00:20:33: so genannte auch Triggerwarnung, wenn es, sagen wir mal, es ginge jetzt um das Thema Selbstmord,

00:20:39: dass man sagt, schon ein wichtiger Beitrag, wo erklärt wird, wo kann ich mich hinwenden, dies

00:20:45: und das und jenes, was können die Indikatoren sein, wo man sich selber bräuchte, aber gleichzeitig,

00:20:50: wie sich vielleicht auch nicht jeder damit beschäftigen oder es besteht die Gefahr sogar,

00:20:54: dass man andere dazu animiert. Also gibt es dann Triggerwarnung und so weiter. Also da versuchen

00:21:01: wir die Audience so ein bisschen, sage ich mal, zu führen im besten Sinne. Also wir diskutieren,

00:21:06: dass schon, weil wir jetzt über News gesprochen haben, habe ich natürlich sehr viele Sorry,

00:21:13: auch, sage ich mal, Negativbeispiele gebracht und versucht zu zeigen, wie wir konstruktiv damit

00:21:18: umgehen. Aber wir haben natürlich eine Mischung im Programm, das möchte ich ganz klar sagen. Also

00:21:24: wir haben zum Beispiel, nehmen wir mal Afrika aus Afrika, die Berichterstattung aus Afrika kennt

00:21:30: man ja, die ist überwiegend negativ. Das ist einfach so. Was falsch ist, denn in Afrika gibt es

00:21:37: sehr, sehr viele Menschen, die Unternehmen gründen, die Dinge verändern, sehr viele Frauen, die Dinge

00:21:43: anpacken, die ihre Familie ernähren, die Bildungsinstitutionen, gründen alles Mögliche oder die

00:21:51: Naturschützen. Auch diese Geschichten haben wir natürlich im Programm und das sind nicht

00:21:56: Ad Brandem, sondern auch das ist die Realität. Und trotzdem gibt es natürlich auch in Afrika

00:22:02: Korruption und so weiter und so weiter und so weiter, aber eben auch das und dass dieses Versuchen

00:22:09: auch ein vollständiges Bild so weit es geht zu vermitteln. Ich glaube wirklich zum Beispiel

00:22:14: beim Thema Afrika so umfangreich wie unsere Berichterstattung, ich kenne jetzt jeweils

00:22:18: keinen Sender, so natürlich die BBC oder so auch, aber wenige, sage ich mal so, ja, nur als Beispiel.

00:22:24: Und genauso Klimakrise, das ist ja auch ein sehr frustrierendes Thema für sehr viele. Konzentriert

00:22:32: man sich jetzt darauf nur über diese warme Pumpendebatte, die auch wichtig ist, aber noch in den

00:22:38: kleinsten Facetten zu zeigen, nein, kann man auch zeigen, die Leute, Sonnencollektoren an ihrem

00:22:45: Balkon, die machen, bauen selber, beraten sich untereinander, es gibt Gruppen ohne Ende, darüber

00:22:51: haben wir berichtet, diese Beiträge liefen bei uns nicht nur in Deutschland englisch, sondern in

00:22:56: Hindi, in Russisch, in Arabisch, man glaubt es kann, super erfolgreich, man, da sind Leute,

00:23:02: die backen was an, ja, und so, so weit es geht. Also ich will nur sagen, es ist eine Mischung,

00:23:08: ja, also nicht, dass jetzt hier so ein falscher Eindruck entsteht.

00:23:11: Nee, das ist glaube ich noch mal ein ganz wichtiger Punkt. Ich finde es auch super spannend, was du

00:23:16: gerade als Beispiel genannt hast mit der Korruption, mit dem Narrativ, das man in sich trägt, höre ich

00:23:22: in Afrika Korruption, dann denke ich eben, da ist ja negativ drüber, denke ich an Korruption

00:23:28: oder Unterschlagung. Ich dachte jetzt an Wirecard, dass quasi sogar auditiv aufbereitet wurde, nicht

00:23:36: als Heldengeschichte, aber vielleicht als sehr smarte Menschen, die eine Menge Geld mit einem

00:23:43: Schlupfloch gemacht haben. Also es ist ein anderes Narrativ, dass wir da setzen.

00:23:47: Ja, was du meinst, ist wahrscheinlich auch dieser Cum-Ex-Skandal, wo sozusagen Dividenden der

00:23:54: Steuerzahler doppelt erstattet hat. Es geht ja da um Milliarden-Summen, Wirecard, wo die deutsche

00:24:00: Presse, und das ist ja nun mal nachgewiesen, sehr lange das Narrativ hatte. Da ist dieses supertolle

00:24:08: deutsche Tech-Unternehmen, was jetzt von den Angelsachsen irgendwie fertig gemacht werden soll,

00:24:13: nur weil die so erfolgreich sind und die uns das nicht gönnen. Dieses Narrativ, das kann man nachlesen,

00:24:20: das gab es sehr, sehr lange. Und insofern, man muss sich immer ein Stück zurücknehmen und sagen,

00:24:26: Moment mal, jetzt erst mal hier durchatmen, gucken, wie ist denn hier die Live? Wer kann mir denn da

00:24:32: Kontext geben? Wer sind denn meine verlässlichen Quellen? Ich glaube, das ist auch wichtig,

00:24:37: dass man Trusted-Media hat. Es gibt schon Medienunternehmen, wo die Nutzenden sagen,

00:24:42: zu diesem Thema trauen wir dieser Medien, der vertrauen wir da ist mein Vertrauen, das ist

00:24:48: glaube ich auch wichtig. Und wir haben ja im Monat 1,5 Milliarden Nutzende. Ich will jetzt nicht

00:24:57: unbedingt sagen, dass jetzt jeder uns als sofort als das Trusted-Medium, aber ich nehme mal an,

00:25:04: doch sehr viele davon, weil die kommen ja auch wieder, was wir sehen, und wachsen ja auch. Und so

00:25:11: geht es natürlich anderen Medienunternehmen auch. Und jeder hat ja das recht logischerweise seine

00:25:16: eigene Auswahl zu treffen und dabei naus sich weiter zu informieren auch noch. Abschließend würde

00:25:21: ich gerne wissen, wie geht es dir persönlich mit dem Aln? Du arbeitest in einem Umfeld,

00:25:28: in dem sehr viel Wert auf konstruktiven Journalismus, deeskalierenden Journalismus gelegt wird,

00:25:33: merke aber auch, dass du eben mit schweren Geschichten konfrontiert wirst. Wie geht es dir damit? Wie

00:25:39: gehst du damit um? Ich versuche eben auch, dass, was ich eben schon sagte, selber auch durchzuhalten,

00:25:45: sage moment mal nicht sofort entscheiden, erstmal überlegen, erst mal eine weitere Meinung einzuholen.

00:25:51: Ich habe hier Kolleginnen, die mich auch in der Chefredaktion beraten, das ist das sogenannte

00:25:57: Chefredaktion und Council, aus unterschiedlichen Redaktionen, um auch diverse Meinung zu hören.

00:26:04: Wir diskutieren, wir diskutieren teilweise sogar täglich. Das heißt, ich sitze nicht in meinem

00:26:08: Kämmerlein und gehe alleine damit um, sondern ich hole auch Rat von anderen kompetenten Kollegen,

00:26:14: und davon haben wir natürlich sehr viele, um mir dann ein Meinungsbild zu bilden und zu entscheiden.

00:26:20: Und natürlich muss man manchmal sehr schnell entscheiden, das ist ja klar, aber man muss sich

00:26:25: auch für Entscheidungen auch Zeit nehmen und nicht wie aufgeschreckter Hühnerhaufen, jetzt ja, ja, ja,

00:26:31: ja, mach so, mach so, nein, überlegen, Ruhe bewahren und auch diese Ruhe im besten Sinne auszustrahlen,

00:26:38: auch wenn ich sie vielleicht in meinem Inneren nicht immer empfinde, das gebe ich hier zu.

00:26:42: Vielen Dank für diese Innenansichten, Manuela, und dass du dir Zeit genommen hast mit uns zu sprechen.

00:26:48: Sehr gerne. Danke dir, ja. Tschüss, Sabrina.

00:26:51: Relevanzreichweite und das richtige Gespür für eine Berichterstattung, die die Würde der Menschen

00:27:00: achtet. Das sind also gute Kennzahlen für die Erfolgsmessung. Man könnte es die drei R des

00:27:07: deeskalierenden Journalismus nennen. Doch sind das auch Zahlen, die für die Media for Peace Fellows

00:27:12: in Betracht kommen? Im Gegensatz zur deutschen Welle stehen sie mit What If noch am Anfang. Die

00:27:18: fünf Teammitglieder versuchen im Libanon und in Afghanistan in Themenfeldern, die viel Konflikt

00:27:24: beinhalten, ein journalistisch-deeskalierenden Ansatz zu implementieren. Herausgekommen ist

00:27:30: What If, ein Dialogformat, das Journalismusschaffende und die Bevölkerung an einen Tisch bringt.

00:27:37: Ratka Pudilowa hat mir stellvertretend für das ganze Team erzählt, wie Erfolge bei What

00:27:42: If gemessen werden und welche Rolle Kennzahlen dabei spielen.

00:27:46: Das Media for Peace Update.

00:27:49: Hallo Ratka, welcome to the show. So great to have you here. Hi Sabrina, thanks for having me again.

00:27:55: You're working as a fellow in the Media for Peace Project and you are trying out your prototype

00:28:04: called What If. So what was the most successful moment so far in the project and why?

00:28:12: Oh, it's really difficult to pick just a single one. I think with innovation, especially innovation

00:28:18: in media, it's always incremental, you know. So there are many successful moments. I would

00:28:27: say what we really do appreciate as a team is when we do get honest feedback from outside

00:28:33: world. So we presented our prototype at multiple occasions, be it in Perucia, be it at several

00:28:40: events during September. And I think it's really just very motivating to hear that people

00:28:48: engage with our idea, which is basically combining futures thinking and solutions, constructive

00:28:54: journalism. And they are interested in helping us making the product better and more applicable.

00:29:03: Today we are talking about success and about KPIs. How do you measure success within the

00:29:10: team? What is successful in your opinion? I think I would start a bit more wider to answer

00:29:17: this question honestly, because when we were doing our research, we realized that a lot

00:29:21: of the problems related to dialogue formats, which is an issue we are tackling with What

00:29:27: If, is actually stemming from a lack of KPIs and lack of understanding what success means.

00:29:35: And so in the newsrooms, when you have a dialogue format, quite often people sense that it is

00:29:41: something good, but don't understand what it should bring or if it's more community driven

00:29:47: or, you know, engagement with content or what's the actual goal of those dialogue formats.

00:29:55: For us within the team, as we are developing the prototype, we of course have different

00:29:59: sprints in terms of agile development. So hitting our targets is obviously measuring

00:30:06: success on a very banal, basic level. So, you know, a number of organized dialogues, the

00:30:12: fact that we are hitting different diversity targets. And as I mentioned before, actually

00:30:19: really getting the feedback that's helping us develop the prototype is kind of a combination

00:30:26: of measuring the success. So we always look at the assumptions we want to prove, we look

00:30:32: at what we want to achieve and then define what it means for us. So it's integrated in

00:30:39: our day to day work.

00:30:41: You already mentioned it a bit, but do you have specific key figures that you use for

00:30:47: Orientation, when it comes to success?

00:30:51: So we do use key figures in terms of planning at the moment. So in terms of, you know, how

00:30:56: many dialogues we want to have, we of course need to be very conscious about our time. We

00:31:02: are looking at the diversity of the participants, but we don't have that quantified in terms of

00:31:09: how we want 30 participants, 5 need to be from this sector of society. So we are not really

00:31:18: into hardcore monitoring and dashboards. I think that's coming in the next phase, especially

00:31:24: when we are having website presence and want to monitor the traffic and all those usual

00:31:30: web analytics data.

00:31:32: I have just talked to a journalist that is running the newsroom of Deutsche Welle and she just told me that the clicks aren't that important

00:31:44: than the relevance. So it's really more important to have relevance instead of clickbaiting or stuff like that.

00:31:54: Yeah, I think deeper engagement, more long term engagement, something that sparks your curiosity,

00:32:01: really this essence of thinking in plausible futures can have bigger impact in today life rather than,

00:32:09: you know, just browsing through headlines and getting clicks based on wannabe attractive titles,

00:32:15: which is something we are definitely not doing. We are not doing clickbaiting with what if we are really

00:32:21: exploring plausible futures and based on solutions and constructive journalism.

00:32:29: As you already mentioned, a piece oriented journalism works differently than let's call it traditional journalism.

00:32:37: So it's less sensational headlines or reportings and it's a more focused on solution.

00:32:45: And that is what you do in your project called what if you look for reportings that are really

00:32:55: constructive, deescalating, and then you do a workshop where you start with those articles.

00:33:03: How do you identify such fitting articles for that workshop?

00:33:07: That's a very good question. So basically for our dialogues, there are two elements we are looking at.

00:33:14: So one is what we worked on with the University of Bundeswehrs about identifying whether the issue

00:33:24: in the article is "enough conflict related". So it's really going back to the core of media for peace,

00:33:33: that we are trying to bring forward a change in journalism so that it helps in peacebuilding.

00:33:39: So of course we want to tackle domains that need this peacebuilding element.

00:33:44: So we have a prototype of a tool to assess the conflict relatedness of the article.

00:33:50: And then of course we are using, you could call it KPIs in a way, but not really,

00:33:56: more the basic checklist of peace/solution/constructive journalism to make sure that we are working with people

00:34:05: or with content that's already in that direction or that the content that we are producing is actually

00:34:13: within those domains. And that means that we are really looking at articles or signals

00:34:19: that focus on response to a social problem or offer some interesting insights.

00:34:25: There is some evidence about how the solutions work and of course limitations and that's something

00:34:30: that we can work further on in the dialogues. It's about learning best lessons from other

00:34:36: environments. So it's kind of a two-way approach. I would say one is really this basic filtering

00:34:43: using the prototype of the tool that I mentioned and second is having this almost editorial newsroom

00:34:49: discussion about hey, this is an interesting topic. How can we, what if I, it's really how we want to

00:34:56: create a scenario for the dialogues based on the content. So you are talking for the team right now,

00:35:04: but at the end I want to know for you personally, when is what if a success and what does success

00:35:11: mean for you as a person? I would say that for what if to be considered a success,

00:35:17: it's really dependent on its adoption beyond the prototype. So of course we want to be present

00:35:24: in Afghanistan and Lebanon because this is our case country studies for this year.

00:35:29: But we believe that the idea behind what if combining the futures thinking with solution

00:35:34: to realism is something that is relevant in many other contexts and can really be used to

00:35:42: better engage the audience and help with community building and help with

00:35:48: looking for solutions in conflict situations and finding new ways of dealing with the uncertainties

00:35:57: in the future. And for me personally, how does success look like? Well, I mean looking back at the

00:36:04: past 12 months, I think it's really interesting how we've managed to work together. We really

00:36:10: came from very diverse backgrounds and some of us never met each other in person. So I think

00:36:16: it's really great to see the team working together, believing in this idea that we can actually

00:36:26: bring innovation to the media environment with different take on dialogues, with looking into

00:36:32: future and seeing how the dialogues with audiences can be leveraged in that. So I wish you all the best.

00:36:40: Talk to you soon and thanks for stopping by at this podcast. Thank you very much Sabrina.

00:36:45: KPIs, KPIs, also Kennzahlen definieren sich immer wieder neu und am Ziel. In einem deeskalierenden

00:36:58: Journalismus stehen andere Aspekte mehr im Fokus und somit verändern sich auch die Kennzahlen.

00:37:04: Logisch. Trotzdem kann diese Art von Journalismus auch die klassischen KPIs bedienen, wie wir gehört

00:37:10: haben. Wenn ihr mehr über friedensfördernden Journalismus erfahren möchtet, dann folgt

00:37:15: diesem Podcast und hört euch auch bereits erschienene Folgen an. Zum Beispiel kann ich euch die Folge 12

00:37:22: empfehlen. Darin geht es um künstliche Intelligenz und wie diese im konstruktiven Journalismus

00:37:27: genutzt werden kann. Oder ich empfehle euch auch die Folge 8. Da besprechen wir, welche Rolle Social

00:37:33: Media in Kriegs- und Krisengebieten spielt und zum Beispiel zur Mobilisierung von Gruppen beiträgt.

00:37:40: Wir hören uns ganz bald wieder.

00:37:42: Media for Peace, der Podcast für friedensorientierten Journalismus. Eine Produktion des Media Lab Bayern.

00:37:51: Media for Peace ist eine Kooperation mit dem DTEC BW, Zentrum für Digitalisierungs- und

00:37:58: Technologieforschung der Bundeswehr und der Universität der Bundeswehr München.

00:38:02: (Ruhige Musik)

00:38:03: (Ruhige Musik)

00:38:05: [MUSIK]

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