Media for Peace #8 Social Media: Journalistisches Tool mit Impact?

Shownotes

Eine wissenschaftliche Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass Tweets für die Mobilisierung vor Protesten eingesetzt werden. Journalist*innen nutzen soziale Plattformen, um in den Dialog zu treten und um News trotz Informationsblockaden zugänglich zu machen. Die Rolle von Social Media in Krisen- und Kriegsgebieten ist breit aufgestellt.

“Soziale Medien haben die Taliban schon benutzt, um ihre Machtübernahme vorzubereiten …” Dr. Annika Sehl, Inhaberin des Lehrstuhls für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

“Social Media can defend freedom of press…” Musa Aziz, Project Manager aus Afghanistan mit journalistischer Expertise

Beide sind heute Gesprächspartner*innen in der aktuellen Folge.

Shownotes

00:01 Begrüßung

00:20 Tag der Pressefreiheit (*Bei Podcastaufnahme lag Deutschland auf Platz 16, laut neuster Veröffentlichung liegt Deutschland auf Platz 21)

01:45 Interview Dr. Annika Sehl

03:50 Die Rolle von Social Media in Konfliktregionen

08:15 Social Media ermöglicht neue Formate

09:20 Desinformationen und Nutzungsgewohnheiten

12:14 Interview Musa Aziz

15:40 Die Rolle von Social Media aus Sicht einer geflüchteten Person

18:35 Engaging and Dialog

24:10 Thank you to all people working in media

Weitere Informationen zu Media for Peace findest du auf https://www.media-lab.de/de/media-for-peace

Du willst dich zu friedensförderndem Journalismus und Media for Peace austauschen? Dann besuche uns beim Media Lab Innovation Festival: https://www.media-lab.de/de/media-lab-innovation-festival-2023/programm-the-conference

Das ist Media for Peace. Der Podcast auf den Spuren des peace-oriented Journalismus. Eine Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München und von DTEC.BW – Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr.

Transkript anzeigen

00:00:00: * Musik *

00:00:02: Journalismus der Frieden ermöglicht.

00:00:05: Das ist "Media for Peace", ein Podcast des Media Lab Bayern.

00:00:12: Hallo zusammen, bei der 8. Folge des Media for Peace-Podcasts.

00:00:17: Mein Name ist Sabrina Harper.

00:00:19: Heute ist der 3. Mai.

00:00:20: Das ist nicht irgendein Tag,

00:00:22: das ist der Internationale Tag der Pressefreiheit.

00:00:25: Was denkst du, welchen Rang belegt Deutschland im internationalen Vergleich?

00:00:29: Es ist Rang 16 von 180.

00:00:32: Afghanistan liegt auf dem Platz 156.

00:00:37: Was Pressefreiheit bedeutet,

00:00:39: ist für Medienschaffende in Afghanistan

00:00:42: also ein ganz anderes Ding als bei uns hier in Deutschland.

00:00:45: Einer, der es wissen muss, ist Musa Assis.

00:00:47: Er ist aus Afghanistan geflüchtet

00:00:49: und arbeitet gerade im Projekt "Media for Peace"

00:00:52: an einem Produkt für mehr friedensfördernden Journalismus.

00:00:56: Was für ihn Pressefreiheit bedeutet,

00:00:58: erzählt er uns gleich im Interview.

00:01:00: Außerdem geht es um Social Media.

00:01:02: Denn eine Möglichkeit, trotz Regimen zum Beispiel,

00:01:05: Informationen zu streuen oder in Krisengebieten durchzukommen,

00:01:09: sind Plattformen.

00:01:11: Vielleicht habt ihr schon mal von der Kampagne "The Truths Wins" gehört.

00:01:15: Da geht es um den Zugang zu Informationen in Russland,

00:01:18: der Türkei oder auch in Brasilien.

00:01:20: Und es geht um Lottozahlen.

00:01:22: Durch Eingabe der aktuellen Lottozahlen auf Twitter

00:01:25: können die User und Userinnen zu unzensierten Nachrichten

00:01:28: aus ihrem Land gelangen.

00:01:30: Das ist ein Beispiel, wie Social Media dem Journalismus förderlich sein kann.

00:01:35: Mit Dr. Annika Seele von der katholischen Universität Eichstedt Ingolstadt

00:01:40: habe ich über Social Media in Krisengebieten gesprochen.

00:01:43: "Media for Peace - Insights"

00:01:47: Hallo Annika, willkommen beim Podcast "Media for Peace".

00:01:51: Hallo Sabrina.

00:01:52: Bevor wir ins Thema rein starten, magst du dich noch mal kurz vorstellen

00:01:56: und ein wenig zu deinem Background verraten,

00:01:58: warum ich genau dich gefragt habe, mit mir über Social Media zu sprechen?

00:02:02: Mein Name ist Annika Seele.

00:02:03: Ich nehme an, dass du mich ausgewählt hast,

00:02:05: mit dir über dieses Thema Social Media zu sprechen.

00:02:08: Weil ich auch Teil des Forschungs- und Erwechungsprojekts "Media for Peace" bin,

00:02:13: das an der Universität der Bundeswehr München bei DTEC aufgehangen ist

00:02:18: und in dem ich Kooperationspartner sein darf in Eichstedt.

00:02:22: Mein Schwerpunkt in diesem Projekt ist vor allem die Analyse der Twitter-Kommunikation.

00:02:27: Ganz genau so ist es.

00:02:29: Da werden wir auch gleich noch mal drüber sprechen.

00:02:31: Social Media in Krisengebieten.

00:02:34: Welche Rolle spielt überhaupt Social Media in Konflikzonen?

00:02:37: Weil man kann ja auf der einen Seite denken,

00:02:40: die Leute, ich sag's mal, Flapsig haben besseres zu tun als Social Media.

00:02:44: Auf der anderen Seite ist Social Media eben auch ganz wichtig

00:02:48: für die Kommunikation.

00:02:49: Absolut. Also Social Media haben auch hier einen Einfluss gewonnen.

00:02:53: Dabei werden Social Media genutzt

00:02:55: für Einblicke in das ganz persönliche Erleben von Konflikten.

00:02:58: Also den Alltag von Menschen.

00:03:00: Also Social Media sind ja auch so entstanden,

00:03:02: dass Menschen ihre persönlichen Erlebnisse mit Freunden und Verwandten geteilt haben.

00:03:06: Und das sehen wir eben auch für Konfliktregionen.

00:03:09: Es wird auch genutzt für persönliche Statements,

00:03:12: aber eben auch zur Mobilisierung bei Protesten genauso wie.

00:03:16: Und das ist wichtig für Propaganda

00:03:17: oder dessen Information von allen Seiten.

00:03:19: Also sehr gezielt und mit der Motivation,

00:03:22: die gegenseite zu schädigen dann entsprechend.

00:03:25: Also ich glaube, wovon man sich eben lösen muss,

00:03:27: ist diese allgemeine Gedanke von Social Media in Kontext Deutschland,

00:03:33: in dem das oft benutzt wird,

00:03:34: eben um Dinge mit Freunden und so weiter auszutauschen.

00:03:38: Und die ersten Spitzen, die wir so erleben,

00:03:40: ist zum Beispiel während Wahlkämpfen oder so was.

00:03:43: Da wird vielleicht Social Media auch noch mal in eine andere Richtung benutzt.

00:03:47: Aber es ist etwas anderes als in Konfliktszonen.

00:03:50: Kann man das so zusammenfassen?

00:03:51: Ja und nein, also ja, definitiv schon,

00:03:54: weil natürlich die Situation in Konfliktszonen eine andere ist.

00:03:58: Und gerade wenn man das jetzt noch weiterzieht in Kriegen,

00:04:01: dann ist das natürlich auch Information Warfare da

00:04:04: ein wichtiges Stichpunkt.

00:04:06: Also die sehr, sehr systematische Einsetzung

00:04:09: dann als Teil des Krieges von Social Media.

00:04:12: Aber nein, in der Hinsicht,

00:04:14: dass natürlich auch in Konfliktregionen Social Media genutzt werden,

00:04:18: um ja den Alltag zu teilen,

00:04:20: genauso mit Freunden und Verwandten oder in Kriegsregionen.

00:04:23: Also wir sehen auf Social Media Bilder aus der Ukraine,

00:04:26: wo sozusagen der Alltag im Bunker geteilt wird.

00:04:29: Dann ist der Alltag ein anderer, aber die Funktion,

00:04:31: die es erfüllt auch Freunde oder Familien auf dem Laufenden zu halten,

00:04:36: über das, was einem selber dort gerade passiert,

00:04:39: die ist so anders letztendlich nicht.

00:04:41: Und wenn wir jetzt an Deutschland denken,

00:04:43: dann ist Social Media auch nicht nur Kommunikation

00:04:46: mit Freunden und Verwandten, Familie,

00:04:48: sondern es wird auch genauso strategisch genutzt für Desinformationen,

00:04:52: du hast gerade gesagt, in Wahl kämpfen.

00:04:54: Aber wir haben das auch in der Covid-19-Pandemie gesehen.

00:04:57: Und genauso sehen wir das jetzt auch in Bezug auf den Krieg in der Ukraine.

00:05:01: Das ist ein ganz gutes Stichwort, das du dann nennst.

00:05:03: Covid hat uns eben auch gezeigt,

00:05:05: wenn es um Mobilisierung von Gruppen geht,

00:05:07: die hast du eben auch schon genannt.

00:05:09: Hast du mir da irgendwie ein Beispiel aus Konfliktzonen wie Afghanistan

00:05:14: oder dem Libar-Donn, wo man das quasi auch sieht bei dieser Mobilisierung?

00:05:18: Ja, also tatsächlich jetzt im Rahmen dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekts,

00:05:22: Mediaphypies, haben wir uns die Twitter-Kommunikation

00:05:25: in diesen beiden Ländern angeguckt.

00:05:26: Und wir sehen im Libar-Donn tatsächlich,

00:05:29: dass Twitter dort genutzt worden ist

00:05:32: für die Mobilisierung vor Protesten.

00:05:34: Das kann man nämlich daran erkennen,

00:05:36: dass natürlich während der Proteste gibt es dann viel Tweets,

00:05:40: eine hohe Frequenz, aber eben auch schon leicht vorher.

00:05:43: Also Tweets mit Protestbezug, den eigentlichen Protesten vorausgehen,

00:05:47: und zwar ein bis zwei Tage.

00:05:49: Und ein konkretes Beispiel dafür, das ich nennen kann,

00:05:51: ist der Hashtag #SaturdayInOldSquares,

00:05:54: der wurde benutzt für die Proteste am 8. August,

00:05:56: also kurz nach der Explosion im Hafen in Beirut.

00:05:59: Und das hat man dann bereits am Vorabend und auch am frühen Morgen

00:06:03: der Proteste dieses Samstag des 8. Augusts

00:06:06: auch schon auf Twitter verfolgen können.

00:06:08: Das andere Land, das wir sehr verfolgen,

00:06:10: bei uns Mediaphypies-Projekt ist Afghanistan.

00:06:13: Da ist natürlich das Erste,

00:06:14: dass man denkt, die Machtübernahme der Taliban in 2021 war das.

00:06:20: Hast du da auch einen Eindruck für uns,

00:06:22: welche Rolle dort Social Media gespielt hat?

00:06:24: Ja, also man kann sicherlich sagen,

00:06:26: dass soziale Medien von den Taliban

00:06:28: schon deutlich vorher genutzt worden sind,

00:06:31: um auch ihre Machtübernahme vorzubereiten.

00:06:33: Sie veröffentlichen nämlich auch nicht nur

00:06:35: in den afghanischen Amtssprachen, also Pashto und Darri,

00:06:38: sondern auch auf Arabisch und Englisch.

00:06:40: Und das liegt nahe dann sehr mit dem Ziel,

00:06:42: auch Menschen außerhalb Afghanistan im Prinzip weltweit zu erreichen.

00:06:46: Sie sind auf den allen großen Plattformen präsent.

00:06:49: Und letztendlich ist für sie dann auch Social Media eine Form,

00:06:52: die sehr effizient ist, um ihre Nachrichten zu verbreiten

00:06:55: und Menschen zu erreichen, zumindest in den Städten für das Land.

00:06:59: Und das spielt es natürlich dann entsprechend begrenzter,

00:07:02: also für die ländlichen Regionen.

00:07:04: Vor einigen Folgen habe ich mit einem Fellow gesprochen

00:07:06: aus Afghanistan und der hat mir gesagt,

00:07:09: dass Social Media eben ganz auch das Bild geprägt hat

00:07:13: für die Afghanen und deren Eindruck,

00:07:16: wie es in ihrem Land bestellt ist

00:07:17: und wie sie damit umgehen mit dieser Machtübernahme.

00:07:20: Kannst du sowas bestätigen aus deiner Sicht,

00:07:23: vielleicht nicht durch die wissenschaftliche Bille,

00:07:25: aber doch da du viel mit den Ländern beschäftigt hast,

00:07:29: ist das auch ein Punkt, in Social Media sehr beeinflusst?

00:07:32: Aus der eigenen Forschung können wir das jetzt tatsächlich nicht ableiten,

00:07:35: aber es erscheint mir sehr plausibel,

00:07:37: also das, was Menschen dann auf Social Media lesen,

00:07:39: über das, was in ihrem Land passiert,

00:07:41: dass es auch ihre eigene Wahrnehmung letztendlich beeinflusst.

00:07:45: Und im Fall der Taliban kann man auch durchaus davon ausgehen,

00:07:50: dass das, was die Menschen dort lesen,

00:07:52: sie möglicherweise auch einschüchtert

00:07:54: und da mehr auf die Machtübernahme auch vorbereitet hat.

00:07:58: Bei Mediaphypies, da steht eben der Friedensfördernde Journalismus

00:08:02: im Fokus.

00:08:04: Wir hatten ja jetzt schon ein bisschen über die Auswirkungen gesprochen

00:08:07: und auf der anderen Seite eben auch, wie sie in Deutschland ist.

00:08:11: Inwiefern würdest du jetzt sagen, hat Social Media einen Impact darauf,

00:08:15: dass mehr Friedensfördernde Journalismus in den Fokus gerät?

00:08:18: Na ja, also Social Media, jetzt erstmal ganz theoretisch gesprochen,

00:08:21: kann sich dafür natürlich positiv wie negativ auswirken

00:08:25: und wir haben das zum Teil ja auch schon erwähnt.

00:08:27: Also positiv kann natürlich sein oder das Potenzial besteht dafür,

00:08:31: dass man auch Themen finden kann auf Social Media,

00:08:34: Perspektiven finden kann der normalen Bevölkerung

00:08:37: und eben nicht nur der Eliten in den Ländern,

00:08:40: dass man es auch als Recherchtool dann entsprechend nutzen kann,

00:08:44: da vielleicht auch über user-generated content

00:08:47: Bevölkerung einbinden kann,

00:08:49: dass man neue Erzählformen ausprobieren kann,

00:08:51: zum Beispiel auf Instagram und natürlich auch neue Zielgruppen

00:08:54: erreichen kann, also über quasi neue Kanäle

00:08:58: auf den Social Media Plattformen, Zielgruppen,

00:09:00: die man jetzt vielleicht mit den tradierten

00:09:03: friedensjournalistischen Angeboten eben nicht erreichen würde.

00:09:06: Das sehe ich alles als Potenzial.

00:09:08: Aus meiner Sicht wird das bislang noch nicht umfassend genutzt,

00:09:11: also da ist sicherlich noch viel, viel Luft nach oben.

00:09:14: Aber gleichzeitig sehen wir natürlich auch negative Auswirkungen

00:09:17: und die sehen wir tatsächlich schon

00:09:18: und das betrifft vor allem dann den Bereich der Desinformationen,

00:09:22: die sich natürlich auch durch den Algorithmus oder die Algorithmen

00:09:27: teilweise dann entsprechend sehr, sehr gut und schnell verbreiten.

00:09:30: Diese Desinformationen

00:09:32: ist es eben auch ein großes Problem in Krisengebieten?

00:09:35: Ja, das kann durchaus so sein, das muss aber nicht so sein.

00:09:38: Um Desinformationen zu streuen, bedarf es erst mal wenig,

00:09:41: also es betraf eines Internetanschlusses

00:09:44: und dem Willen eben schädliche Informationen zu verbreiten,

00:09:48: das allerdings dann im großen Stil erfolgreich zu tun,

00:09:52: das geht häufig auch mit der entsprechenden Professionalisierung

00:09:55: in dem Bereich und den Strukturen der Abteure einher.

00:10:00: Du hast den Lehrstuhl für Journalistik

00:10:02: mit den Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft

00:10:05: an der katholischen Universität Eichstedt-Ingolstadt inne.

00:10:09: Wenn ich mich zurück erinnere an meine journalistische Ausbildung,

00:10:13: dann war da von Social Media eigentlich wenig gerede.

00:10:16: Also im Voluntariat durfte ich dann mal auf eine Weiterbildung gehen,

00:10:20: in der erklärt wurde, wie Social Media funktioniert

00:10:23: und vielleicht was ein Embed Code ist oder wie man was nutzen kann.

00:10:27: Ist es heutzutage anders? Hat sich das in der Zwischenzeit verändert?

00:10:30: Ja, das hat sich natürlich verändert, klar.

00:10:32: Also Social Media sind ja einfach ein wichtiger Bestandteil geworden,

00:10:36: auch als Distributionskanäle des Journalismus.

00:10:39: Und das zeigt sich natürlich auch in der Ausbildung,

00:10:42: also sowohl in der praktischen Ausbildung,

00:10:44: dass Studierende heute lernen, auch für Social Media Plattformen

00:10:47: und zwar die unterschiedlichen,

00:10:49: dann auch mit unterschiedlichen Herangehensweisen zu produzieren.

00:10:53: Aber genauso wichtig halte ich das auch

00:10:56: und mache das auch in meinen eigenen Lehrveranstaltungen.

00:10:59: Dass Studierende lernen, theoretisch Social Media,

00:11:02: das Verhältnis Journalismus und Plattformen,

00:11:05: auch durchaus kritisch zu reflektieren

00:11:07: und dass sie in der Forschung auch Mediennutzung

00:11:11: und Nutzungsgewohnheiten auf Social Media Plattformen selbst erforschen.

00:11:15: Also sozusagen der Rundumblick theoretisch und praktisch auf Social Media.

00:11:20: Wie ist da die Reaktion bei den Studenten und Studentinnen?

00:11:24: Sind die da eher überrascht?

00:11:26: Oder ist es in der Zwischenzeit so,

00:11:27: dass da schon eine Erwartungshaltung da ist, dass man sowas macht?

00:11:30: Das kommt natürlich sehr drauf an, in welchem Jahr die Studierenden sind.

00:11:34: Aber ich glaube, dass da einiges an Wissen tatsächlich schon da ist.

00:11:37: Aber das ist wichtig ist gerade auch die herausfordernden Punkte

00:11:41: oder die kritischen Punkte für den Journalismus

00:11:44: und Medienorganisationen zu thematisieren.

00:11:47: Und das wird dann auch intensiv diskutiert.

00:11:49: Vielen Dank, Annika, dass du dir Zeit für uns genommen hast,

00:11:52: so mit uns ein bisschen das Thema Social Media aufgedrösselt hast.

00:11:55: Gerne.

00:11:56: Es gibt also positive und negative Aspekte,

00:12:00: wenn es um Social Media geht.

00:12:01: Für Annika, aber auch für meinen nächsten Interviewgast,

00:12:04: ist entscheidend, wie Plattformen genutzt werden.

00:12:07: Für die Pressefreiheit oder dagegen.

00:12:10: Media for Peace. Ganz nah dran.

00:12:15: Hallo, Musa, so toll, dass ich dich auf dem Show habe.

00:12:18: Es ist ein Erfolg.

00:12:19: Bevor wir beginnen, könntest du uns ein bisschen von was du machst

00:12:22: und was deine professionelle Rückgründe sind?

00:12:25: Ich habe die "Peace Building" und die "Cultural Relations" und "Migrations"

00:12:29: und die "Psychosocial Studies" studiert.

00:12:34: Ich habe mit den Migranten und Refugeen in Berlin gearbeitet.

00:12:36: and media, also in Afghanistan, promoting humanism and constructive journalism at the moment.

00:12:43: So yeah, that's it. That's my expertise. And I'm also working on a project on an oral history

00:12:49: of the conflict of Afghanistan, which is quite similar as well. And you're a fellow of the

00:12:54: Media for Peace project. Exactly. I just finished the Media for Peace project, which was a six months

00:13:00: excessive research and understanding the two countries that we worked on, Lebanon and Afghanistan,

00:13:05: the media landscape, the political landscape. So yeah, I'm done with that for the moment.

00:13:09: For the moment, I already told the audience that today is the International Day of Press Freedom,

00:13:17: and there's a big difference between Germany and Afghanistan. So my first question is, Musa,

00:13:25: what does freedom of press mean to you? To summarize it in one sentence, I would say the

00:13:30: ability to scrutinize and challenge anything without fear or constraint, whether it is the

00:13:36: political system, whether it is the social dogmatic beliefs or any other aspect of society.

00:13:41: And adding to that, I also believe that freedom of the press is essential for promoting critical

00:13:47: thinking, open dialogue, and the exchange of diverse perspectives, which empowers journalists

00:13:52: and citizens alike to question the status quo, explore alternative viewpoints, and work towards

00:13:57: positive change. In essence, to say it, freedom of the press is a fundamental part of a thriving,

00:14:03: just inclusive society, which, unluckily, we don't have in Afghanistan.

00:14:07: Is social media also a tool to defend press freedom, especially in conflict zones such as

00:14:14: Afghanistan? Well, it's interesting to think about the role of social media. It can play an

00:14:19: defending role. I mean, it can defend press freedom, especially in conflict zones like Afghanistan.

00:14:24: It can't guarantee, though, it can guarantee press freedom or replace it or be an alternative to it,

00:14:29: but it can help spread ideas, even the critical ones, in countries where there is no press freedom

00:14:35: at all. And also social media can give journalists, activists, and regular people a platform to share

00:14:41: their thoughts and stories with a wider audience. And in this way, it can be a useful tool for raising

00:14:46: awareness and starting conversations about important issues. But, and it's really important,

00:14:51: we also need to be aware of the challenges and limitations that come with relying on social

00:14:56: media, like misinformation, echo chambers, and online harassment, the three essential ones,

00:15:02: and extremely vital ones. And also we have to remember that it can't completely take the place

00:15:07: of a free and independent press. A mix of traditional journalism and social media engagement can help

00:15:13: create a more informed and engaged public, and hence ultimately contributing to a more open

00:15:18: and democratic society. You live in Berlin right now, as far as I know, right? Yeah. What

00:15:24: significance does social media hold for you since you left Afghanistan? Is this

00:15:29: opportunity to contact your relatives or your friends in Afghanistan? Yeah, social media has

00:15:37: played a significant role in my life since living in Afghanistan. Firstly, it has allowed me to

00:15:42: maintain contact, as you said, in interaction with family and not only family, with friends and people

00:15:47: from various backgrounds, with those I share opinions and with those who don't, people from back

00:15:52: there. This exchange of ideas and perspectives is invaluable for me because it made me curious,

00:15:59: it made me understand different viewpoints and broaden my own viewpoint, and it also provided

00:16:05: me with real-time information about my country and the neighboring countries, but those are also

00:16:10: connected, not only in terms of news and political opinions, but also by offering insights into the

00:16:14: everyday life of people who live there. And through these platforms, I can now better understand

00:16:20: the nuances and my new details of life in Afghanistan, which otherwise would have been

00:16:25: difficult for me to access. And most importantly, it also helps me scrutinize the political discourse

00:16:30: in Afghanistan, have a first hand or a second hand understanding of it, understand the political

00:16:36: landscape, what's going on there, what the discourse is, and have my own place in that discourse.

00:16:41: And also as someone who was left in various culturally and socially distinct parts of

00:16:45: Afghanistan as well as Pakistan, social media has become an essential tool for keeping those

00:16:49: memories alive. So there are different aspects for you that comes with social media. Indeed.

00:16:55: There was a time when you were a host of a podcast where Afghanistan journalists discussed their work

00:17:02: and what they are thriving. What role did social media play in these contexts?

00:17:08: Yeah, that was the isolation talks. That's what I called it. I called them, I branded them.

00:17:13: Actually, it was one of the amazing things that happened in my life. It happened when we were

00:17:19: all confined to our homes during the COVID pandemic. I remember it. I was, I felt like I was in a

00:17:24: prison. And then this happened. I found out about Zoom, the platform that you could use. It was

00:17:29: pretty new back then. And we utilized that to create these dialogue sessions. It was a dialogue

00:17:36: in debate in the discussion platform where we would talk about contemporary topics related to

00:17:41: the political and social discourse in Afghanistan. And we had participants ranging from 40 to 90

00:17:47: active participants every day. And we had these isolation talk sessions every single day for two

00:17:53: months continuously. What social media did here is to have made it happen in reality. If we didn't

00:18:01: have social media, we wouldn't have access to those people. You wouldn't have had those journalists,

00:18:05: the academia, sociologists, computer science experts and other people and have brought them to

00:18:10: one and one platform to discuss the political situation and the social situation of the country.

00:18:15: You already told us how social media influences your life. So if you remember back in the days,

00:18:24: have you personal impressions on certain issues that have ever changed to social media? If you

00:18:31: consume social media, does it make you think about issues in a different kind of way?

00:18:37: Yes, it does. Engaging in dialogue, following discussions and witnessing other people's

00:18:44: perspective. This actually has led me to question, as I said before, my knowledge and understanding

00:18:49: of various topics. It is the essence of my current beliefs and understanding of the world.

00:18:54: It didn't give me solutions, but it prompted me to be more curious to read and study further and

00:19:00: broaden my horizons and refine or alter my beliefs. But again, this process always comes at a cost.

00:19:07: At times, I would personally feel extremely distant from other people, from whom I didn't

00:19:12: share the same view or same perspective or same belief. But again, it gave me that feeling that I

00:19:19: have to read and understand more. In Afghanistan or in a global scale, social media activism,

00:19:24: this whole thing that's happening right now, as one of the most important elements of

00:19:29: activism in a country like Afghanistan is against social media. But I'm also a bit

00:19:33: skeptical of this social media activism because it could be both exhilarating and also really have

00:19:38: worrisome aspects. I would love to share my two concerns about this, particularly.

00:19:44: Social media influencers, content creators and activists, often they lack the knowledge and

00:19:51: expertise required to understand the complexities and the nuances of the issues they discuss or

00:19:56: advocate relating to Afghanistan or certain countries that they work for. As a result of that,

00:20:01: they tend to present an extremely simplified version of these topics and issues, which leads

00:20:06: to people relying on these easy to digest information without digging deeper for a more

00:20:12: comprehensive understanding. This exact social media activism and contents can give people a

00:20:18: false sense of accomplishment and entitlement. Once you're an activist or a content creator,

00:20:23: you think that you have accomplished something really great. But you might feel that as though

00:20:28: that you have contributed significantly to a cause or an issue, even if the actions have had

00:20:33: little real-world impact, this can create a disconnect between the perception of one's

00:20:38: contributions and the tangible progress made toward addressing the issues at hand. So that's

00:20:43: my thoughts about that. And what about B? That was the B that people have this false sense of

00:20:49: accomplishment and entitlement. I forgot to mention B. Okay, I get that. In the media for

00:20:55: Peace Project, it's all about peace-oriented journalism. So what would you say that social

00:21:02: media could also have an impact on a peace-oriented journalism? It actually plays an extremely

00:21:08: significant role in peace-oriented journalism. Peace-oriented journalism includes approaches

00:21:12: such as peace journalism and constructive journalism. And these forms of journalism

00:21:17: focus on sharing light on positive developments, highlighting solutions, emphasizing the human

00:21:22: aspects of stories, and fostering dialogue among various stakeholders. And social media in this

00:21:27: exact place can be an essential tool to promote dialogue and include a diverse range of voices

00:21:33: in perspective, particularly in countries like Afghanistan and Lebanon. In this peace-oriented

00:21:38: journalism, it is crucial to actively seek out and include excluded voices or include the not

00:21:45: included voices. That's what we came up with when we were working for media for peace, to include

00:21:49: the not included voices, opinions and perspectives, and hence create a more inclusive and balanced

00:21:55: media landscape. And there are a few ways that social media can facilitate this, to include

00:22:00: these not included voices. There are certain types of people that we categorized. If we include that,

00:22:05: we would have a more peace-oriented journalism. These categories are what social media can

00:22:10: facilitate as, first, engage the marginalized groups and individuals. Social media can provide a

00:22:15: platform for these communities to express their views and experiences, and hence ensure their

00:22:21: perspectives are heard and included in public discourse. Number two, amplify disfranchised

00:22:27: and underrepresented voices. Here, the social media can help amplify these voices of those who

00:22:32: are not adequately represented in a traditional media. This includes individuals or groups facing

00:22:39: social, economical or political disadvantages and these advantages that may prevent them from fully

00:22:46: participating in society. Third, challenge victimization in negative portrayals. Here,

00:22:53: social media can help counteract the portrayal of certain groups or individuals as passive

00:22:57: victims or perpetrators by showcasing their resilience, agency and capacity for change.

00:23:02: This includes engaging in conversations with these individuals and allowing them to share

00:23:06: their experience and perspectives directly. Number four, to encourage diverse narratives.

00:23:12: Here, social media can provide a platform for alternative media outlets that challenge traditional

00:23:17: elitist political narratives and promoting more inclusive and diverse discussions on

00:23:21: political issues. This could be particularly and at first done in a country like Lebanon,

00:23:27: where this problem persists a long time now. And number five in the last one is to facilitate

00:23:33: dialogue between opposing viewpoints, which can serve as a forum for people with different

00:23:37: opinions to engage in constructive dialogue, a foster understanding and collaboration towards

00:23:42: shared goals. And then I will emphasize again, it's essential to recognize that social media can

00:23:47: also have negative impacts on peaceful and to journalism. Yes, you're right. There is also

00:23:53: a negative side, but thank you for a handful of good reasons why social media can have an impact

00:24:00: on peaceful-oriented journalism. I think that that's a perfect end for the interview so far.

00:24:05: Thank you very much for your time. Thank you, Serpentine. I hope you have a productive day.

00:24:09: Social media is a part of the journalism that can improve. It's all about how we use it.

00:24:15: I hope you all have a productive day today and if you don't want to miss the next episode on

00:24:20: the topic of framing, then subscribe to this podcast right now. I'll end this episode today in English,

00:24:28: because we also have some international listeners or just like Musa, who was just in the interview.

00:24:34: But it's very important for me to understand all these next sentences.

00:24:38: Thank you to all people working in media for advocating for uncensored news and freedom of press.

00:24:47: Media for Peace, the podcast for peaceful-oriented journalism. A production of Media Lab Bayern.

00:24:55: Media for Peace is a cooperation with the DTECHBW, a center for digitalization and technology research

00:25:03: of the Federal Government and the University of the Federal Government of Munich.

00:25:08: [BLANK_AUDIO]

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